Warum junge Mitarbeitende andere Finanzangebote brauchen
Ein klassisches Vorsorge-Seminar mit PowerPoint-Folien mag bei erfahrenen Mitarbeitenden gut ankommen – bei der Gen Z im Team löst es oft eher Desinteresse aus. Nicht, weil junge Mitarbeitende das Thema Geld nicht interessiert, sondern weil ihre Ausgangslage, ihre Informationsgewohnheiten und ihre Erwartungen an Unterstützung anders sind als bei älteren Kolleginnen und Kollegen.

Andere Ausgangslage: Was die Zahlen zeigen
Der SCHUFA Jugend-Finanzmonitor 2025 liefert ein differenziertes Bild der jungen Zielgruppe: 80 Prozent der 16- bis 25-Jährigen holen sich Finanzwissen primär von den Eltern – nicht, wie oft angenommen, überwiegend von Social Media. Gleichzeitig bewerten junge Menschen ihr eigenes Finanzwissen selbstkritisch (Durchschnittsnote 3,1), wobei junge Frauen sich deutlich unsicherer einschätzen als junge Männer. Über 90 Prozent fordern zudem, dass Finanzbildung stärker im Bildungssystem verankert wird.
Für Unternehmen bedeutet das: Ein erheblicher Teil der jungen Belegschaft startet ins Berufsleben mit einem Finanzwissen, das primär aus dem Elternhaus stammt – mit entsprechend großer Varianz je nach familiärem Hintergrund. Standardisierte Angebote, die ein einheitliches Vorwissen voraussetzen, gehen an dieser Realität oft vorbei.
Der Social-Media-Faktor: differenzierter als gedacht
Zwar zeigen andere Studien, dass ein Teil der jungen Erwachsenen durchaus Finanzinhalte auf TikTok, Instagram oder YouTube konsumiert – laut einer aktuellen Untersuchung sehen 27 Prozent der unter 35-Jährigen sogenannte Finfluencer als wichtige Informationsquelle. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass ein erheblicher Teil dieser Inhalte fachlich fragwürdig ist: Eine Studie von BrokerListings fand, dass 74 Prozent der untersuchten TikTok-Finfluencer keine erkennbare Finanzqualifikation vorweisen konnten.
Für HR-Teams ergibt sich daraus eine interessante Chance: Junge Mitarbeitende sind es gewohnt, sich Finanzwissen in kurzen, leicht verdaulichen Formaten anzueignen – ein Format, das sich hervorragend auf seriöse, arbeitgeberseitige Angebote übertragen lässt, wenn es entsprechend zugänglich gestaltet wird.
Drei Unterschiede zu älteren Zielgruppen
1. Format-Erwartung Junge Mitarbeitende sind an kurze, visuell aufbereitete, mobile Inhalte gewöhnt – lange PDF-Ratgeber oder einstündige Vorträge passen selten zu diesem Konsumverhalten.
2. Andere Prioritäten Während ältere Mitarbeitende häufiger konkrete Fragen zur Altersvorsorge haben, stehen bei jungen Berufseinsteigenden oft grundlegendere Themen im Vordergrund: erstes Gehalt sinnvoll einteilen, Notgroschen aufbauen, den Unterschied zwischen Fixkosten und variablen Ausgaben verstehen.
3. Geringere Hemmschwelle bei offener Ansprache, aber höhere bei Bewertung Junge Zielgruppen sind es aus sozialen Medien gewohnt, offener über Themen wie Geld zu sprechen als frühere Generationen – reagieren aber gleichzeitig sensibel auf Angebote, die sich bewertend oder belehrend anfühlen.
Was ein Gen-Z-gerechtes Angebot ausmacht
- Kurze, mobile Formate statt langer Dokumente oder Präsenzveranstaltungen
- Grundlagenorientiert statt vorausgesetztes Fortgeschrittenenwissen
- Ohne Bewertung oder Belehrung – Ton auf Augenhöhe statt Ratschläge von oben herab
- Anonym nutzbar, damit auch Mitarbeitende mit geringerem Ausgangswissen sich nicht exponiert fühlen
- Peer-nah statt institutionell, angelehnt an das Format, das junge Menschen bereits aus sozialen Medien kennen – nur mit geprüfter fachlicher Qualität
Warum sich der Aufwand für Unternehmen lohnt
Gen Z macht in vielen Unternehmen bereits einen wachsenden Anteil der Belegschaft aus, und ihre Erwartungen an Arbeitgeber unterscheiden sich zunehmend von denen älterer Generationen – insbesondere bei nicht-monetären Benefits. Ein Financial-Wellbeing-Angebot, das speziell auf diese Zielgruppe zugeschnitten ist, kann sich doppelt auszahlen: als konkrete Unterstützung für eine Gruppe mit oft noch geringerer finanzieller Resilienz, und als sichtbares Signal im Employer Branding bei genau der Zielgruppe, die Unternehmen aktuell besonders umwerben.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- 80 % der jungen Menschen beziehen ihr Finanzwissen primär von den Eltern – mit entsprechend großer Wissensvarianz in der Belegschaft.
- Finfluencer-Content ist zwar präsent, aber laut Studien häufig fachlich unzuverlässig – eine Lücke, die seriöse Arbeitgeberangebote füllen können.
- Gen Z erwartet kurze, mobile, grundlagenorientierte Formate ohne Bewertung.
- Standardisierte, für ältere Zielgruppen konzipierte Angebote treffen die Bedürfnisse junger Mitarbeitender oft nicht.
- Ein zielgruppengerechtes Angebot wirkt doppelt: als reale Unterstützung und als Signal im Employer Branding.
Testen Sie ein Angebot, das speziell auf Gen Z zugeschnitten ist
Ein Pilot zeigt, wie ein Format aussieht, das bei jungen Mitarbeitenden tatsächlich ankommt – statt an ihren Gewohnheiten vorbeizugehen. Climb als Gen-Z-Benefit testen.
Quellen
- SCHUFA Jugend-Finanzmonitor 2025, durchgeführt mit Forsa
- BrokerListings Research Hub, Studie zur Finanzqualifikation von TikTok-Finfluencern
- YouGov/Postbank-Umfrage zu Finfluencer-Vertrauen bei unter 35-Jährigen, 2025